Witwendramen

Betreten für Männer auf eigene Gefahr

von Susanna Jungmann

Das morbide Gemäuer habe sie überzeugt, so Regisseurin Elke Münch. Im Lokschuppen inszenierte sie die Revue „Witwendramen“.

Jever – Mit „Witwendramen“ von Fitzgerald Kusz setzt das JeverArtEnsemble des Künstlerforums sein bekannt

anspruchsvolles Programm im Zimmertheater im Lokschuppen fort.

Nicht zuletzt habe sie nach längerer Bedenkzeit dieses morbide Gemäuer überzeugt, 19 aus Kusz’s 58 einzelnenSzenen auszuwählen, sagte Regisseurin Elke Münch bei der Vorstellung des Stückes. Auch wenn damit erst am Sonnabend, 14. März, Premiere gefeiert wird, gehört „Witwendramen“ zu der Veranstaltungsreihe zumWeltfrauentag am 8. März teil. Die Aufführung wird unterstützt von den Gleichstellungsbeauftragten.

Zwangsläufig kommen in „Witwendramen“ nur Frauen vor – Sylvia-Sievers-Peeks, Doreen Erdin, Hannelore Scarlatescu, Elisabeth Malkeit, Annica Theiß und Daniela Cordes. Auch übernehmen „große“ JeverArtEnsemble-Darsteller, unter anderen Michael Schmitt, einen ihnen zugedachten Part: In Frack und weißen Handschuhengekleidet bedienen sie während der Aufführung formvollendet das Publikum. Denn „Witwendramen“ garantiertgleichzeitig einen unterhaltsamen Abend für die Theatergäste bei Tanz und Unterhaltung.

Mehr lesen Sie heute in der „Wilhelmshavener Zeitung“.

Presseinformation und Einladung

Zum Bühnenstück „Witwendramen“, das am 14. März im Zimmertheater im Lokschuppen Premiere hat, ließ der Autor Fitzgerald Kusz dem Ensemble ausrichten, er drücke allen Beteiligten die Daumen. Er könnte leider selbst nicht kommen, da er zur Zeit auf Einladung des Goethe-Instituts in Istanbul ist – auch dort werden seine „Witwendramen“ gerade aufgeführt.

Die Regisseurin Elke Münch verwandelt das Zimmertheater für die „Witwendramen“ in ein Tanzcafé. In den Pausen zwischen den Akten gibt es Live-Musik. Vor der Bühne wurde ein Tanzboden ausgelegt, der nicht nur für die Akteure gedacht ist, sondern vor allem die Tanzfreudigen unter den Theaterbesuchern anlocken soll.

Journalisten, die vor der Premiere noch einmal mit den Darstellern und der Regisseurin sprechen oder Fotos schießen möchten, sind herzlich zur Probe am Mittwoch, dem 11. März, ab 19 Uhr eingeladen. Dort haben Sie dann außerdem Gelegenheit, einem Restaurantfachmann dabei zuzusehen, wie er die männlichen Schauspieler des Ensembles in ihre Rollen als Kellner einarbeitet.

Mit herzlichen Grüßen
Maeve Carels

Regie: Elke Münch

Produktionsleitung: Maeve Carels und Jacky Rieling

Fitzgerald Kusz gibt den sechs Witwen im Stück keine Namen. Es spielen: Sylvia Sievers-Peeks, Doreen Erdin, Hannelore Scarlatescu, Elisabeth Malkeit, Annika Theiß und Daniela Cordes.

Premiere ist in Jever am Samstag, dem 14. März um 20 Uhr.

Weitere Aufführungstermine: Freitag, 20. März, 20 Uhr

Freitag, 27. März, 20 Uhr Samstag, 28. März, 20 Uhr und Sonntag, 29. März, um 19 Uhr

Veranstaltungsort: Zimmertheater im Lokschuppen, Moorweg 2, 26441 Jever

Kartenvorbestellungen: www.kuenstlerforum-jever.de oder Tel. 04461-3241.

Der Eintrittspreis beträgt 10 €. Für Männer sowie für Mitglieder des Künstlerforums Jever gilt der ermäßigte Preis von 8 €.

Männer betreten das Theater zu den Aufführungen der Witwendramen auf eigene Gefahr. Für eventuell auftretende Schäden am männlichen Ego übernimmt das JeverArtEnsemble keine Haftung

Wo Männer nichts zu lachen haben

PREMIERE Jever-ArtEnsemble zeigt das Stück „Witwendramen“ – Satire über Beziehungen

BEI DIESER INSZENIERUNG VERWANDELT SICH DER LOKSCHUPPEN IN EIN TANZCAFE’.

NNERRFEN DIE VORSTELLUNG NUR AUF EIGENE GEFAHR BESUCHEN.

VON INA SCHüNEMANN

JEVER – Das hat es bisher im Lokschuppen noch nicht gegeben: Zur Premiere der „Witwendramen“

verwandelte Regisseurin Elke Münch das Zimmertheater in ein Tanzcafe mit Live-Musik auf dem

neuen Musikboden.

In der Produktion zum Weltfrauentag am 8. März haben die Frauen das Sagen: die männlichen

Besucher betreten den Theaterraum auf eigene Gefahr; die Schauspieler des Jever-Art-Ensembles

mussten in den Kellnerfrack schlüpfen und das überwiegend weibliche Publikum bedienen.

Tanzfreudige konnten in dieser Atmospähre in den Pausen vor der Bühne das Tanzbein schwingen,

was auch ausgiebig geschah. Kurzum: diese Premiere war ein voller Erfolg.

Das Wichtigste spielte sich während der zweistündigen Vorstellung aber natürlich auf der Bühne ab.

In dem als Nummernrevue konzipierten Stück nach der gleichnamigen Vorlage von Fitzgerald Kusz

sind sechs Witwen die Hauptfiguren.

Sie räsonieren satirisch, tragisch, anklagend, zumeist aber äuerst amüsant über den Verlust des
Hingeschiedenen oder Entschwundenen. Namenlos sind die Witwen oder Liebhaberinnen bei Kusz.

Sylvia Sievers-Peeks, Doreen Erdin, Hannelore Scarlatescu, Elisabeth Malkeit, Annica Theiß und

Daniela Cordes zeigten ihr schauspielerisches Talent in den unterschiedlichsten Rollen.

Höchst ironisch eröffnete die erste von 16 Szenen den Reigen mit dem Sketch aus der Antike

die „Witwe von Ephesus“. Sehr schnell wird die Trauernde von einem Liebhaber getrstet, der die

lustige Leiche des Gatten entsorgt. Ebenso amüsant entwickelt sich die Begegnung von fünf Frauen

bei der Testamentseröffnung des geliebten Hinterbliebenen.

Schlecht, abgrundtief schlecht sind die Männer, wie die Szene auf dem Friedhof beweist, wo sich

die unterdrückte Ehefrau auf dem Grab ihres Mannes zusammen mit ihrer Freundin hemmungslos

mit Schnaps der Marke „Feigling“ betrinkt, um zu sich selbst zu finden.

Vor allem aber fehlen sie, die Männer, die fatalerweise allzu früh sterben. Lasziv beschreibt eine

Einsame den knackigen Nachbarn, offenbaren sich Beziehungsdramen im Altenheim und unsinnige

Ersatzhandlungen beim Witwenstammtisch. Geradezu anrührend klingt das verschämte Geständnis

der Putzfrau im Fitness-Studio, endlich wieder eine neue Liebe gefunden zu haben.

Nach all den Höhen und Tiefen des Witwendaseins endete das Spiel in einem großen Finale, das

musikalisch von der Gruppe „Spoons, Spots and Sparkle“ des Mariengymnasiums Jever mit Tom

Jones’ „Sexbomb“ eingeleitet wurde. Gensslich rkelten sich die sechs Witwen als Vamps in der

Mitte der Bühne, umringt von den männlichen Bediensteten.

Der Dank des Ensemble-Leiters Jacky Rieling galt der Regisseurin, seiner Mitarbeiterin Maeve

Carels und all den vielen Helfern vor und hinter der Bühne.

www.kuenstlerforum-jever.de

„Kleiner Feigling“ am Grabesrand

Premiere „Witwendramen“ begeisterte das Publikum im Lokschuppen / Vier weitere Vorführungen

Jever/kop – „Männer betreten das Theater zu den Aufführungen der ‚Witwendramen´ auf eigene Gefahr. Für eventuell auftretende Schäden am männlichen Ego übernimmt das Jever-Art-Ensemble des Künstlerforums Jever keine Haftung“ – diese Information ließ im Vorfeld nichts Gutes ahnen. Dennoch zog es am Sonnabend zur erfolgreichen Premiere des Bühnenstücks auch zahlreiche Männer in das Zimmertheater im Lokschuppen. Aber es regnete draußen, und der Eintrittspreis war für das „starke Geschlecht“ ja auch subventioniert. Überzeugt vom morbiden Gemäuer hatte sich Regisseurin Elke Münch für den Lokschuppen als Drehscheibe der „Witwendramen“ entschieden – und damit einen guten Griff getan. Der Aufführungsort hat Charisma, dies kam bislang vielen Vorstellungen dort zu Gute – und auch die „Witwendramen“, sie gehören noch zur Veranstaltungsreihe zum Weltfrauentag und werden unterstützt von den Gleichstellungsbeauftragten, profitierten davon. Das Bühnenstück aus der Feder von Fitzgerald Kusz sieht ursprünglich 58 einzelne Szenen vor, Regisseurin Münch hatte sich für 19 von ihnen entschieden. Und die schlugen einen weiten Bogen: Es gab Historisches, wie die „Witwe von Ephesus“, eine Fabel des römischen Politikers und Schriftstellers Petronius, sowie eine bunte Mischung aus Ernstem, Anrührendem, Komischem und durchaus auch unter die Gürtellinie zielenden Gags, Zoten und Zitaten. Dabei bediente das Ensemble nahezu alle gängigen Vorstellungen, die die Frau von der Spezies Mann hat. Die aber kam dann so schlecht doch nicht dabei weg, das Ensemble bestehend aus Sylvia Sievers-Peeks, Doreen Erdin, Hannelore Scarlatescu, Elisabeth Malkeit, Annika Theiß und Debütantin Daniela Cordes ließen durchaus auch „Unzulänglichkeiten“ der Gattung Frau durchblitzen. Für die rund zweistündigen Vorstellungen haben Elke Münch und die Produktionsleiter Maeve Carels und Jacky Rieling die Bühne in ein Tanzcafé umgestalten lassen, vor der Bühne wurde eigens ein Tanzboden ausgelegt. Und den nutzten nicht nur die Akteurinnen, sondern auch das Publikum. Denn in den Pausen zwischen den Akten gab es Live-Musik von „Spoons, Spots and Sparkle“ mit eingängigen Melodien – und Tanzen war ausdrücklich erwünscht. Und während die sechs Witwen auf der Bühne agierten, kam auch das starke Geschlecht des Ensembles nicht zu kurz: Die Herren schlüpften in die Rolle von Kellnern und versorgten das Publikum, etwa 100 Gäste, mit Getränken. Auch wenn alle sechs Darstellerinnen die Textfülle der Szenen mit Bravour meisterten, eine von ihnen wird „Mann“ noch lange im Gedächtnis bleiben: Einen der Höhepunkte der Revue zelebrierte Doreen Erdin, die zusammen mit Sylvia Sievers-Peeks vor dem Grab ihres Mannes steht und sich aus Freude über die „Befreiung“ eine ordentliche Portion „Kleiner Feigling“ gönnt. Und da mag wohl so mancher Zeitgenosse (so wie „frau“ ihn sich vorstellt) still für sich gedacht haben: „Mensch, was die alles wegtrinken kann, Respekt, Respekt … „Witwendramen“ ist kein Drama, sondern eine gelungene Revue und für beiderlei Geschlechter sehenswert. Die Chance dazu besteht noch in vier weiteren Aufführungen. Die Termine: Freitag, 20. und 27. März, Sonnabend, 28. März (jeweils ab 20 Uhr), und Sonntag, 29. März, ab 19 Uhr.

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