Wolf Biermann

Datum:

Montag, 11.06.2018

Ort:

Künstlerforum-Jever e. V. Lokschuppen

Beschreibung:

 

Persönlichkeiten zu Gast in Jever“.

 

Wir freuen uns sehr, als ersten prominenten Gast der neuen Veranstaltungsreihe Wolf Biermann begrüßen zu dürfen.

 

Am Montag, 11. Juni 2018 um 19.00 Uhr beginnt im jeverschen Lokschuppen die Lesung aus seiner Autobiographie „Warte nicht auf bessre Zeiten“.

 

 

Selten sind persönliches Schicksal und deutsche Geschichte so eng verwoben wie bei Wolf Biermann. Ein Leben zwischen West und Ost, ein Widerspruchsgeist zwischen allen Fronten. Mit sechzehn ging er in die DDR, die er für das bessere Deutschland hielt. Hanns Eisler ermutigte ihn, Lieder zu schreiben, bei Helene Weigel assistierte er am Berliner Ensemble. Dann fiel er in Ungnade, erhielt Auftritts- und Publikationsverbot. Die Stasi observierte ihn rund um die Uhr, während er im Westen gefeiert und geehrt wurde. Die Proteste gegen seine Ausbürgerung 1976 gelten als Anfang vom Ende der DDR.

 

Eindringlich erzählt Biermann vom Vater, der als Jude und Kommunist in Auschwitz ermordet wurde, von der Mutter, die ihn aus dem Hamburger Bombeninferno rettete, vom väterlichen Freund Robert Havemann, mit dem er das Los des Geächteten teilte. Er führt uns in die absurde Welt der DDR-Diktatur mit ihren Auswüchsen, aber auch ihren täglichen Dramen menschlicher Widerständigkeit. Und er erzählt von seinen in den Westen geschmuggelten, im Osten heimlich kursierenden Liedern, deren »Verskunst, robuste Rhetorik und gewaltige Sprachkraft« Marcel Reich-Ranicki lobte. Bei aller Heftigkeit des Erlebten lesen sich Biermanns Erinnerungen wie ein Schelmenroman in bester schweijkscher Manier. Ein einzigartiges Zeitzeugnis. „Wolf Biermann hat eine Stück deutsche Identität gestiftet.“ (Helmut Schmidt)

 

 

Veranstaltungskalender

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